Die Wasserwaage – wichtige Informationen rund um Kauf, Anwendung und Lagerung

Eine Wasserwaage wird von Heim- und Handwerkern hauptsächlich zur waagerechten oder senkrechten Ausrichtung von Bauteilen und Einrichtungsgegenständen genutzt. Das auch als Richtwaage oder Maurerwaage bekannte Prüfgerät ist demnach eine Vermessungshilfe, die in der Regel zwischen 30 Zentimeter und zwei Meter lang ist. In der Mitte sitzt eine sogenannte Libelle – ein mit Flüssigkeit gefärbtes, transparentes Röhrchen mit einer Luftblase. Je nach Modell verfügt die Wasserwaage über bis zu drei Libellen. Profigeräte mit drei Libellen erlauben neben der horizontalen und vertikalen Ausrichtung auch die genaue Ausrichtung im 45-Grad-Winkel. Das auszurichtende Objekt ist dann korrekt positioniert, wenn sich die Luftblase in der Libelle genau in der Mitte befindet.

 

wasserwaage

 

Worauf sollte ich beim Kauf achten?

Für normale Hobby-Handwerker und Heimwerker ist eine Wasserwaage mit fest eingelassener Libelle zu empfehlen. Das Nachjustieren bei mechanisch eingesetzten Libellen verlangt etwas Fingerspitzengefühl, das meist erst mit Erfahrung kommt.

Eine gute Wasserwaage ist bereits bei geringem Höhenunterschied empfindlich genug, präzise Werte in Grad oder Millimeter anzuzeigen. Profi-Handwerker können zudem auf eine digitale Wasserwaage zurückgreifen. Beliebt sind auch Laser Wasserwaagen für größere Bauvorhaben. Der Laser erleichtert das Ausrichten von Fließen, das Tapezieren, Höhenunterschiede messen uvm.

Für den Hausgebrauch genügen jedoch die handelsüblichen, analogen Wasserwaagen. Wer die Anschaffung einer Wasserwaage erwägt, sollte über den Kauf einer langen Wasserwaage nachdenken, die zumindest 50 Zentimeter in der Länge misst. Wasserwaagen mit nur 20 Zentimeter Länge sind zwar praktisch aufzubewahren, zeigen jedoch bei ungeradem Untergrund nur mäßig präzise die Ungenauigkeit an.

Neben einer gewissen Empfindlichkeit ist beim Wasserwaagenkauf auf Genauigkeit zu achten. Dazu sollte die Wasserwaage stets auf einen ebenen Untergrund gesetzt und auf saubere Verarbeitung überprüft werden. Anschließend drehen Sie die Wasserwaage um 180°, um auch die andere Seite auf Genauigkeit zu überprüfen. Bei gleichem und planem Untergrund sollte das Luftbläschen auf beiden Seiten genau in der Mitte stehen. Die folgende Übersicht zeigt an, was abweichende Ergebnisse über die Qualität der Wasserwaage aussagen.

Luftblase erste Messung Luftblase zweite Messung Ergebnis
in der Mitte in der Mitte Wasserwaage ist genau, Untergrund ist gerade
in der Mitte seitlich Wasserwaage ist ungenau, Untergrund ist uneben
seitlich (z.B. links) seitlich (z.B. wieder links) Wasserwaage ist genau, Untergrund ist schief
seitlich in der Mitte Wasserwaage ist ungenau, Untergrund ist schief
seitlich (z.B. links) seitlich gespiegelt (also im Beispiel jetzt rechts) Wasserwaage ist ungenau, k.A. zum Untergrund

Vergessen Sie nicht, die gleiche Qualitätsprüfung mit der anderen Libelle für die vertikale Ausrichtung durchzuführen. Die obig in der Tabelle angeführten Werte geben Auskunft über die Genauigkeit der Libelle. Mögliche Abweichungen sind jedoch nicht nur durch Fehler an der Libelle möglich, sondern können auch durch schiefe Wasserwaagen an sich entstehen. Um zu prüfen, ob eine Wasserwaage gerade ist, können Sie zum Beispiel zwei Wasserwaagen aufeinandersetzen.

Weitere Qualitätsmerkmale im Überblick:

  • Angabe von Empfindlichkeit und Genauigkeit vom Hersteller
  • hochwertiges Material (Aluminium oder Kunststoff)
  • gut sichtbare Flüssigkeit, auf Wunsch fluoreszierend
  • genaues Millimetermaß, gegebenenfalls mit zusätzlicher Gradanzeige

 

Reicht eine billige Wasserwaage oder muss es eine teure sein?

Wie viel Geld Sie in eine Wasserwaage investieren möchten, hängt nicht zuletzt von Ihren Ansprüchen an das Gerät ab. Der Gelegenheitsheimwerker, der hin und wieder ein Bild an die Wand bringt oder einmal ein Regal aufhängen möchte, wird weniger Geld in Werkzeug allgemein und somit auch in die Wasserwaage investieren wollen als ein passionierter Heimwerker. Wer regelmäßig Einrichtungsgegenstände der Marke Eigenbau hervorbringt und sich auch ansonsten nicht scheut, Arbeiten im Haus selbst zu erledigen, benötigt regelmäßig Werkzeug von guter, solider Qualität, auf das er sich verlassen kann. Dementsprechend höhere Einmalinvestionen sind möglich.

Doch selbst wer für seine Wasserwaage wenig Geld ausgeben möchte, sollte sich bewusst sein, dass auch hier, wie in vielen anderen Lebensbereichen gilt: Wer billig kauft, kauft zweimal. Bei Markenherstellern kann man sich als Käufer sicher sein, dass das Produkt zunächst eine Reihe von Qualitätssicherungstests erfolgreich durchlaufen musste, bevor es in den Handel gelangen durfte. Somit empfiehlt sich auch für den sporadischen Heimwerker der Kauf einer Markenwasserwaage. Renommierte Hersteller für Stabila liefern sowohl erschwingliche Einstiegsmodelle als auch hochwertige Wasserwaagen für Profis, die ein Leben lang halten.

Vorteile einer hochwertigen Wasserwaage:

  • einmalige Investition
  • diverse Qualitätstests durchlaufen
  • absolut zuverlässig und präzise
  • hochwertig verarbeitet
  • sehr lange Haltbarkeit
  • widerstandsfähiges und witterungsfestes Material

 

Welche Hersteller sind empfehlenswert?

In Deutschland genießen die beiden Herstelle Stabila und Sola einen äußerst hoch angesehenen Ruf bei Heimwerkern und Profis. Die hochwertigen Wasserwaagen beider Hersteller liefern Qualität auf höchstem Niveau und garantieren eine lange Lebensdauer. Ständige Qualitätskontrollen garantieren eine hohe Genauigkeit. Stabila wirbt mit einer besonders festen Verbindung zwischen Libelle und Wasserwaage. Dadurch bleibt das Messwerkzeug ein Leben lang absolut präzise und verlässlich. Durch die robuste Bauweise stecken sie selbst rauen Umgang im Baualltag weg und bleiben immer zuverlässig. Beide Hersteller bieten Werkzeug, sowohl für Einsteiger- als auch für Profis. Bereits für wenig Geld erhalten Sie bei Stabila sehr hohe Markenqualität – Made in Germany. Daher lohnt es sich etwas mehr in Ihr Werkzeug zu investieren um eine dauerhafte Zuverlässigkeit zu garantieren.

 

Wie funktioniert eine Wasserwaage?

Handelsübliche Wasserwaagen für den Hausgebrauch sind meist zwischen 50 Zentimeter und einem Meter lang und verfügen in der Regel über zwei Libellen. Vor allem beim Fliesenverlegen, für Malerarbeiten und zum Aufhängen von Hängeschränken ist eine Wasserwaage unerlässlich. Aber auch zum geraden Anbringen von Bildern und vielen anderen Gegenständen kann die Wasserwaage genutzt werden. Durch Anhalten der Wasserwaage kann geprüft werden, ob der anzubringende Gegenstand gerade ausgerichtet worden ist. Dies gilt sowohl in der Horizontalen, wie auch in der Vertikalen. Mit einer verstellbaren Libelle kann zudem ein beliebiger Neigungswinkel ausgerichtet werden. Dank der glatten Oberfläche, wahlweise auch mit Zentimetermaß erhältlich, können Anzeichnungen für anschließende Bohrungen vorgenommen werden.

 

Funktionsweise der Libelle und Haltbarkeit

Der Hängeschrank hängt dann gerade, wenn die Luftblase genau in der Mitte der Libelle sitzt. Zur besseren Sichtbarkeit befinden sich zwei Striche zur Markierung auf der Libelle. Das transparente Röhrchen besteht in der Regel aus Acrylglas und ist mit einem eingefärbten, meist gelbem oder gelb-grünem Alkoholgemisch gefüllt. Das genaue Verfahren, sowohl zur Libelleneinlassung in die Wasserwaage als auch zur Einbringung der Luftblase, variiert von Hersteller zu Hersteller ein wenig und unterliegt in der Regel dem Betriebsgeheimnis. Die röhrenförmige, zur Mitte hin etwas bauchige Libelle wird entweder mechanisch mit dem Wasserwaagenprofil verbunden oder fest verschweißt bzw. eingeklebt. Je nach Einsetzverfahren kann die Libelle nachjustiert und ausgetauscht werden oder nicht.

Libelle

Libelle

Die Funktionsweise der Libelle basiert auf der Schwerkraft: Die Luftblase im Alkoholgemisch richtet sich aufgrund der gebogenen Bauweise des Röhrchens stets mittig nach oben aus. Die seitlich neben der Luftblase angebrachten Striche erleichtern das Ablesen. Sind mehrere Striche zu beiden Seiten aufgedruckt, können selbst kleine Gefälle genau nivelliert werden.

 

Herkunft des Begriffs „Wasserwaage“

So wie der Begriff „Libelle“ für die Glaskapsel der Wasserwaage wahrscheinlich eher auf den Hammerhai der Gattung Libella als auf das gleichnamige Insekt zurückgeht, ist auch der Name „Wasserwaage“ keinesfalls darauf zurückzuführen, dass mit dem Gerät ursprünglich Flüssigkeiten gewogen wurden. Trotzdem hat der Begriff etwas mit der Waage zu tun. Als es noch keine Digitalwaagen gab, wie sie heute in den meisten Küchen Verwendung finden, wurden Waren, Zutaten usw. mithilfe von Gewichten gewogen. Die dazugehörige Waage hatte zwei Waagschalen. In die eine gab man die zu wiegende Ware, in die andere platzierte man nach und nach Gewichte, bis beide Waagschalen auf der gleichen Höhe standen. Addierte man alle Gewichtsangaben der Gewichte auf, erhielt man das Gewicht der Ware. Obwohl mit der Wasserwaage kein Gewicht ermittelt wird, geht es doch darum, die Luftblase „in Waage zu bringen“ – sie also genau mittig zu platzieren, wie das „Zünglein an der Waage“.

Waage

Waage

 

Wie genau ist die Wasserwaage?

Entweder gibt die Wasserwaage das Gefälle in Grad an oder zeigt den Höhenunterschied in Millimeter pro Meter an. Empfindliche Wasserwaagen können bereits Höhenunterschiede von einem Millimeter pro Meter bzw. von 0,057° feststellen. Sowohl die Empfindlichkeit als auch die Genauigkeit lassen sich Hersteller vom zuständigen Prüfamt bestätigen, so dass eine bessere Nachvollziehbarkeit für den Käufer besteht. Die Empfindlichkeit ist nicht identisch mit der Genauigkeit. Die Empfindlichkeit wird verwendet, um auszuweisen, wie groß der Höhenunterschied mindestens sein muss, damit die Blase anfängt, sich zu bewegen. Die Genauigkeit hingegen gibt Auskunft darüber, wie zuverlässig das angezeigte Ergebnis ist und mit welcher Maximalabweichung zu rechnen ist. Kleine Abweichungen sind mit bloßem Auge in der Regel nicht erkennbar. Die Genauigkeit hängt vor allem von der Qualität der Libelle selbst ab. Das Acrylglasgehäuse muss beispielsweise ganz glatt und absolut dicht sein, damit keine zusätzliche Luft eintreten oder Flüssigkeit austreten kann. Darüber hinaus muss die Libelle fest und genau im Gehäuse sitzen. Das manuelle Justieren einer Libelle ist meist sehr aufwändig.

Das Gehäuse, also die Wasserwaage an sich, muss zudem absolut plan sein und die Kanten müssen genau im rechten Winkel verlaufen. Für eine lange Lebensdauer sollte ein möglichst unempfindliches Material für die Wasserwaage benutzt werden, das auch leichten Verschmutzungen, Feuchtigkeit und einem Stoß standhält. Heutzutage bestehen die meisten Wasserwaagen daher aus Aluminium oder stabilem Kunststoff. Aber auch Modelle aus Hartholz sind erhältlich, die jedoch relativ hitzeempfindlich sind und vor allem lang andauernde Feuchtigkeit nicht verkraften. Vor allem in feuchten Kellerräumen kann sich eine Wasserwaage aus Holz verziehen, wodurch sie unbrauchbar wird.

Es zeigt sich also, dass nicht immer der Hersteller die Schuld für Ungenauigkeiten tragen muss. Auch eine sachgemäße Lagerung sowie der pflegliche Umgang mit dem Gerät ist wichtig, um lange Zeit präzise Ergebnisse mit der Wasserwaage zu erzielen. Während Feuchtigkeit und starke Hitzeeinwirkung vor allem Holzwasserwaagen irreparabel beschädigen kann, hat sich gezeigt, dass massive Sonneneinstrahlung auch Kunststoffwasserwaagen zusetzen kann. Schlimmstenfalls werden auch sie wellig und damit ungenau. Nach Möglichkeit sollte eine Wasserwaage nicht fallen gelassen werden. Lediglich hochwertigen Markenwasserwaagen aus Aluminium kann selbst diese einmalige Gewalteinwirkung nichts anhaben. Beachten Sie außerdem, dass die Flüssigkeit in der Libelle nicht immer UV-beständig ist. Starke Sonneneinstrahlung kann die Farbe der Flüssigkeit verblassen lassen, was die Arbeit mit der Wasserwaage erheblich erschwert.

 

Warum sind Wasserwaagen meistens gelb?

Die Wasserwaage selbst, aber auch die Flüssigkeit in der Libelle ist meist gelb oder grünlich gelb. Seit jeher gilt Gelb als eine besonders gut sichtbare Signalfarbe. Physikalisch betrachtet, handelt es sich bei einer Farbe, die wir sehen, um Licht einer bestimmten Wellenlänge. Licht ab einer Wellenlänge von etwa 410 Nanometern fällt für den Menschen in den sichtbaren Bereich und erscheint Blauviolett. Ab einer Wellenlänge von etwa 470 Nanometern sieht der Mensch Blau. Genau in der Mitte und damit besonders gut wahrnehmbar sind die Farben Grün (520 Nanometer) und Gelb (590 Nanometer), gefolgt von Orange (620 Nanometer) und Rot (700 Nanometer). Hinzukommt, dass Gelb eine gute Kontrastwirkung besitzt. In der Farbtheorie gilt Blau als Komplementärfarbe zu Gelb. Somit ist die gelbe Wasserwaage vor allem im Außenbereich vor dem Hintergrund des blauen Himmels leicht zu sehen. Einige Hersteller verwenden bei der Libellenflüssigkeit eine fluoreszierende Lösung, so dass selbst bei schlechten Sichtbedingungen mit der Wasserwaage genau gearbeitet werden kann. Es gibt auch diverse Wasserwaagenmodelle in rot oder orange.

Wasserwaage Farbe

Bildquelle: Wikipedia.org

 

Funktioniert eine Wasserwaage im Weltall?

Damit von der Wasserwaage zuverlässige Informationen abgelesen werden können, benötigt man Schwerkraft. Auf der Erde ist es demnach die Erdanziehungskraft, die dafür sorgt, dass mit der Wasserwaage exakte waagerechte oder senkrechte Linien ausgemessen werden können. Im Weltall würde eine Wasserwaage mangels Gravitation also nicht funktionieren. Davon ausgenommen sind freilich andere Planeten und auch Kometen, die aufgrund ihrer Masse ebenfalls ein mehr oder weniger starkes Gravitationsfeld bilden. So gibt es beispielsweise auch auf dem Mond ein Gravitationsfeld, dass theoretisch Vermessungen mit der Wasserwaage erlauben würde. Das Problem hier ist jedoch die fehlende Atmosphäre und der damit einhergehende Unterdruck. Je nach Verarbeitungsweise der Libelle ist zu erwarten, dass das Acrylglasröhrchen im Weltall zerberstet.